Flatrate Bordell schiessen wie Pilze aus dem Boden. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise haben Bordellbetrieber mit einer Flatrate für Bordellbesucher reagiert, um die stark nachlassende Nachfrage anzukurbeln. Dabei kann für einen festen Preis soviel Sex "eingekauft" werden, wie der Freier will und schafft. Doch in der Politik und bei Menschenrechtsorganisationen schlägt dieser Vorstoss hohe Wellen. Bereits nach kurzer zeit wird ein Verbot der Flatrate-Bordelle verlangt.
Anfang Juni hatte in Fellbach bei Stuttgart das Bordell "Pussy Club" ("Alles für 70 Euro") eröffnet. Ähnliche Clubs gibt es in Heidelberg, Berlin und Wuppertal. Menschenrechtsorganisationen, Politiker und Kirchenverbände verurteilen das Angebot als menschenverachtend und wollen dagegen vorgehen. Die Stadt Heidelberg erwirkte inzwischen die Schließung des örtlichen Flatrate-Bordells.
Der Prostituierten-Verein "Dona Carmen" schaltete Anzeigen in "Süddeutscher Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" und lud führende Politiker und Kirchenvertreter zu einer Diskussion ein.
Juanita Rosina Henning ist Mitbegründerin des Vereins, der sich versteht als Prostituiertenselbsthilfeorganisation versteht und vorgibt, für die sozialen und politischen Anliegen von Prostituierten einzutreten. Der Verein finanziert sich nach eigenen Angaben ausschließlich durch Spenden, vor allem von Seiten der Prostituierten. Zwar gilt Dona Carmen als Verein mit radikalen Ansichten, aber auch andere Huren-Organisationen teilen die dessen Standpunkt in Sachen Flatrate-Bordelle. In einem offenen Brief wendet an Kanzlerin Angela Merkel heißt es: "Insgesamt steuert die Debatte in eine Richtung, die zu einer Kriminalisierung der Sexarbeit und zu ihrer Verdrängung in Grauzonen mit erhöhter Vulnerabilität zurückkehrt." Allerdings äußern die Verfasser des Briefs auch Kritik an der Sex-Flatrate, weil sie suggeriere, dass alle Variationen sexueller Dienstleistungen so oft und so lange, wie der Kunde will, geleistet werden.
