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WHO erwägt höchsten Pandemie-Alarm wegen Schweinegrippe H1N1

11.06.2009 10:23 |

Die Schweinegrippe breitet sich immer schneller aus. Jetzt erwägt die WHO die höchste Pandemiestufe auszurufen. In Düsseldorf haben sich 30 Schulkinder mit dem Schweine-Virus H1N1 infiziert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Dringlichkeitssitzung zur Schweinegrippe einberufen. Die eingeladenen Wissenschaftler aus aller Welt sollen darüber beraten, ob für die aktuelle Ausbreitung der Schweinegrippe mit dem Virus A (H1N1) Pandemie-Alarm ausgerufen werden soll. Sollte die höchste Stufe 6 erklärt werden, gilt die Infektionskrankheit künftig als weltweite Seuche, als Pandemie.

Im Gegensatz zu einer Epidemie ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt, sondern greift länder- und kontinentübergreifend um sich. Mehr als 25.000 Menschen in 73 Ländern sind bisher erkrankt. Ursprungsland der aktuellen Schweinegrippe ist Mexiko. Dort breitete sich die Krankheit bereits im April rasend aus und forderte auch zahlreiche Todesopfer. Im Laufe der vergangenen Wochen breitete sich der Erreger in nahezu alle Weltregionen aus.

30 Kinder in Düsseldorfer Schule erkrankt
In Düsseldorf haben sich Mindestens 30 Kinder der japanischen Schule mit der Schweinegrippe angesteckt und werden nun behandelt. Das teilte das Gesundheitsamt in Düsseldorf mit. Den zumeist zwölf Jahre alten Kindern gehe es überwiegend gut, zwei von ihnen seien schwerer erkrankt, sagte der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler. Ein Kind sei in der Uniklinik behandelt worden. Mittlerweile befänden sich alle Betroffenen zu Hause in Quarantäne. Da weitere Kinder über Beschwerden klagten, sei damit zu rechnen, dass die Anzahl der Erkrankten weiter steige.

Experten gehen von Zehn neuen Fällen pro Tag aus
In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit 90 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Das teilte RKI-Präsident Jörg Hacker in der ARD mit. Er erwarte, dass viele neue Erkrankungen hinzukämen. Zuletzt seien über zehn Neuerkrankungen am Tag gemeldet worden. Hacker verwies auch auf steigende Zahlen im europäischen Ausland: In Großbritannien gebe es über 500 Fälle. Auch in Frankreich und Italien nähmen die Zahlen zu. "Wir haben damit gerechnet, dass auch in Deutschland höhere Fälle zu gegenwärtigen sind."

Hacker verwies darauf, dass die Symptome der Viruserkrankung in Deutschland bislang milde ausgefallen seien. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Auswirkungen für die Betroffenen schlimmer würden, wenn sie das Virus verändere. Und davon muss ausgegangen werden. Auch ein tödlicher Verlauf könne dann nicht ausgeschlossen werden.

Hongkong schließt Schulen
In Hongkong werden vorsichtshalber die Grundschulen wegen der Schweinegrippe für zwei Wochen geschlossen. Wie Verwaltungschef Donald Tsang mitteilte, tritt die Maßnahme am Freitag in Kraft. Die Schließung der Schulen wurde mit der Begründung angeordnet, dass in einer Schule Hongkongs zwölf Jugendliche an der aktuellen Schweinegrippe des Typs A (H1N1) erkrankten, ohne dass der Infektionsherd festgestellt werden konnte.


 
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