Leben wollte Michael Jackson in den letzten Jahren nicht mehr auf Neverland - nach seinem Tod kehrt der "King of Pop" auf die einst geliebte Ranch zurück. Am Freitag wird der Leichnam des Musikers laut CNN dort öffentlich aufgebahrt. Wo er seine letzte Ruhe findet, ist noch ungewiss.
Los Angeles - Bereits am Donnerstagmorgen soll Jacksons Leiche zur Neverland Ranch im Norden der kalifornischen Stadt Santa Barbara gebracht werden. Am Freitag soll Jacksons Leiche öffentlich aufgebahrt werden, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtete. Für Sonntag sei eine Trauerfeier im Kreis der Familie geplant.
Eine Autokolonne mit 30 Fahrzeugen werde von Los Angeles zu der Neverland Ranch fahren, berichtete der Internetdienst tmz.com am Dienstag unter Berufung auf Polizeiquellen.
Das weitläufige Anwesen liegt im hügeligen Hinterland nordöstlich von Santa Barbara, knapp 200 Kilometer von Los Angeles entfernt. Der "King of Pop" hatte das Gelände 1988 für 30 Millionen Dollar gekauft und es nach dem Nimmerland seines Märchen-Idols Peter Pan benannt: Neverland.
Mit einer Fläche von mehr als zehn Quadratkilometern ist das Anwesen etwa fünfmal so groß wie das Fürstentum Monaco. Jackson baute einen Vergnügungspark darauf und unterhielt einen Privatzoo. 2006 schloss er Teile der Ranch und entließ mehrere Angestellte. 2008 übertrug der Sänger Neverland für rund 35 Millionen Dollar an eine Investment-Firma, an der er selbst Anteile hielt.
Wo Jackson, der vergangenen Donnerstag nach einem plötzlichen Herzstillstand im Alter von 50 Jahren gestorben war, beigesetzt werden soll, ist noch nicht bekannt.
Jacksons Geburtsstadt Gary im Bundesstaat Indiana habe die Familie gebeten, ihn dort beizusetzen, meldete CNN unter Berufung auf eine Sprecherin der Stadt. Der Bürgermeister habe bereits Kontakt mit den Jacksons aufgenommen. Zumindest hoffe man, den Leichnam bei einer für den 10. Juli geplanten Gedenkfeier in Gary aufbahren zu können, sagte die Sprecherin dem Radiosender WGN.
Michael Jackson hatte 668 Dollar Bargeld
Unterdessen kamen Informationen über Jacksons Finanzen an die Öffentlichkeit. Dokumente, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen, geben das Gesamtvermögen des Popstars zum 31. März 2007 mit 567,6 Millionen Dollar an. Dies umfasste die Neverland Ranch, Autos und Antiquitäten sowie eine Beteiligung an Musikrechten von Sony/ATV Music Publishing. Dem Vermögen standen Schulden von 331 Millionen Dollar gegenüber, so dass sich ein Nettovermögen von 236,6 Millionen ergab.
An Bargeld hatte Jackson zu dem genannten Stichtag 668 Dollar zur Verfügung.
CNN meldete weiter, der Anwalt von Jacksons Eltern habe die Existenz eines 2002 verfassten Testaments bestätigt. Entgegen bisherigen Angaben der Familie hat der Sänger offenbar seinen letzten Willen doch schriftlich festgehalten. Nach Informationen des "Wall Street Journals" begünstigt das Dokument Jacksons drei Kinder, seine Mutter und Wohltätigkeitsorganisationen. Sein Vater Joseph soll leer ausgehen.
Welche Angaben Jackson in seinem letztem Willen zum Sorgerecht für die drei Kinder gemacht hat, war zunächst nicht bekannt. Vorläufig stehen Michael Joseph Jr., 12, Paris Michael Katherine, 11, und Prince Michael II., 7, unter der Obhut von Jacksons Mutter Katherine. Eine längerfristige Regelung soll am 6. Juli getroffen werden.
Unklar ist nach wie vor, ob die leibliche Mutter der beiden älteren Kinder, Debbie Rowe, mit der Jackson kurzzeitig verheiratet war, ebenfalls das Sorgerecht beantragen will.
Die Ermittlungen zur Todesursache des Superstars dauerten derweil an. Mitarbeiter des gerichtsmedizinischen Instituts von Los Angeles trugen nach Angaben eines Verantwortlichen "zwei Tüten mit Medikamenten" aus der gemieteten Luxusvilla des Sängers. Jacksons Leibarzt Conrad Murray hatte zuvor Vorwürfe zurückgewiesen, er habe dem 50-Jährigen die süchtig machenden Schmerzmittel Demerol und Oxycontin verabreicht.
Konzert-Veranstalter erstattet Fans Geld für Tickets
Die Jackson-Fans, die sich Karten für eines der geplanten Comeback-Konzerte in London gekauft hatten, können indes aufatmen. Allen Käufern werde die Möglichkeit einer vollen Rückerstattung angeboten, erklärte der Veranstalter AEG Live. Alternativ können die Fans auf eine vollständige Erstattung der Kosten verzichten und dafür eine gedruckte Original-Eintrittskarte bekommen. Der verstorbene Sänger habe beim Entwurf der Tickets mitgewirkt, hieß es.
Für die geplanten "This Is It"-Konzerte waren Medienberichten zufolge rund 800.000 Tickets verkauft worden. Der Verlust der Veranstalter durch den Einnahmeausfall mit Karten, Fanartikeln, Werbung und anderer Exklusivvermarktung wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. AEG Live selbst nannte keine Zahlen.
