Einleitender Diskurs zum Thema Bomben-Entschärfung: 1. Ein Tag Umsatzausfall wegen einer Bombenentschärfung ist für einen gastronomischen Betrieb ärgerlich, aber NICHT existenzbedrohend (falls doch, sollte man sich schleunigst eine neue Stammkneipe suchen!). 2. Die Entschärfung einer Bombe IST gefährlich und für den Spezialisten im wahrsten Sinne existenzbedrohend. 3. Eine Bombe einfach liegen zu lassen und auf die Entschärfung zu verzichten, könnte Tausende das Leben kosten (von den Sachschäden ganz abgesehen) und ist deshalb in Deutschland eher unüblich.
Nun klagen vier Gastwirte aus Koblenz bereits in 2. Instanz (Oberlandesgericht) erneut einen Schadensersatz von der Stadt Koblenz über rund 10.000 Euro ein. Der Grund: Sie mussten 2007 während der Entschärfung einer Fliegerbombe ihre Betriebe vorübergehend schließen! Liebe Gastwirte, seid ihr Euch eigentlich bewusst, welche Lumperei Ihr damit begeht?
Anstatt sich bei den Mitarbeitern des Kampfmittel-Räumdienstes (ein Beruf, den man gar nicht genug achten kann!) auf Knien zu bedanken, wollt Ihr Euren Säckel füllen!
Die Vorgeschichte: Als im November 2007 auf dem Koblenzer Zentralplatz eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft wurde, mussten 10.000 Menschen die Innenstadt verlassen.
Auch vier Restaurants in der Innenstadt mussten während der Entschärfung schließen. Dabei, so ihr Anwalt, seien den Gastronomen Umsätze von bis zu 3.000 Euro verloren gegangen. Dafür soll die Stadt Koblenz ihrer Ansicht nach aufkommen.
Die Stadt will aber keine Entschädigung zahlen. ...
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In erster Instanz hatte das Landgericht Koblenz die Klage der Gastronomen abgewiesen.
Selbst wenn Ihr Gastronomen in dieser Instanz gewinnen solltet, werdet Ihr die Verlierer sein! Nach einem rechtskräftigen Urteil dürfen Namen genannt werden, was sich aufgrund der Ungeheuerlichkeit des Ansinnens, wegen des berechtigten Interesses der Öffentlichkeit und der dann bestehenden Rechtsunsicherheit für die Kommunen beim nächsten Bombenfund, kaum ein lokales, regionales und sogar bundesweites Medium verkneifen wird. Der Imageschaden, der dabei - völlig zu Recht - entstehen wird, dürfte den Umsatzausfall während der Entschärfung zu den gern zitierten "Peanuts" werden lassen!
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