Alle fünf Jahre wird das Europäische Parlament gewählt. Die nächsten Wahlen finden vom 04. bis 07. Juni 2009 statt. Die Frage ist, setzt sich der Negativtrend in Bezug auf die Wahlbeteiligung weiter fort. Gehen wir ein wenig in die Vergangenheit. Die ersten Wahlen fanden im Jahr 1979 statt. Damals gingen 63% aller Wahlberechtigten zur Urne. Das ist im Vergleich zu nationalen Wahlen ein geringerer Prozentsatz. Aber von Europawahl zu Europawahl konnte man eine stetige Abnahme der Wahlbeteiligung beobachten. 1984 waren es 61%, 1989 58,5%, 1994 56,8%, 1999 49,8& und 2004 45,6%. Nach den Gesetzen der Mathematik müsste die Beteiligung in diesem Jahr bei ca. 41 bis 42% liegen. Wenn man die Ergebnisse in den Mitgliedsstaaten näher analysiert, fallen zwei Tatsachen auf. Es gibt drei Länder, Luxemburg, Belgien und Italien, in denen die Wahlbeteiligung deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. In Belgien und Luxemburg lag sie bei 90% und in Italien immerhin noch bei 73%. im Jahre 2004. Zum zweiten gibt es Länder, größtenteils die neu aufgenommenen Staaten aus Osteuropa. Hier liegt die Beteiligung deutlich unter dem Durchschnitt. Extremstes Beispiel ist die Slowakei mit 16,6%. Worin sind hier die Gründe zu suchen? Die Größe bzw. Einwohnerzahl eines Landes hat Einfluss darauf wie viele Abgeordnete es ins Europaparlament schicken darf. Je größer das Land, desto mehr Sitze bekommt es. Besonders in den kleinen Staaten ist es schwierig für die Politiker, die Menschen für die Wahl zu motivieren, wenn man sich sagt „Mit unseren wenigen Sitzen können wir sowieso nichts bewegen“. Andererseits könnte auch die allgemeine Politikverdrossenheit einen negativen Einfluss haben. Die Aufgabe der Politiker, die in das Europäische Parlament einziehen wollen, muss es jetzt sein die Wähler mit europäischen und nicht nationalen Themen zu überzeugen. Nur so und mit dem Hinweis auf ein gemeinsam handelndes Europa lassen sich die Wähler motivieren.
