Der Deutschland-Plan von SPD Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier stösst nach der herben Kritik der Opposition bei Gewerkschaften und teilen der Wirtschaft auf Zustimung. Die Ziele seien ehrgeizig und würden Hoffnung machen. Ob tatsächlich bis zum Jahr 2020 Vollbeschäftigung erreicht werden können, sei zwar mehr als ungewiss, doch allein das ersthafte Angehen eines solchen Zieles sei unterstützenswert.
Hubertus Schmoldt, Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie, sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: "Ein ganz wichtiger Vorteil seines Konzepts ist, dass es der Realwirtschaft die zentrale Stellung zuweist."
Zustimmung kam auch und gerade von Seiten der Industrie, die Steinmeier als sogenannte "Jobmotoren" ausgemacht hat und weiter fördern will. Schmoldt wörtlich: "Aber ein ehrgeiziges Ziel zu stecken, für das sich gemeinsame Anstrengungen lohnen, das ist auch und gerade in einer Zeit richtig, in der viele Menschen um ihre Stellen fürchten."
Auch der IW-Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) lobte das Vorhaben, bis 2020 eine Vollbeschäftigung anzustreben.
Vor allem im Bereich Software und Internet sollen Anreize für Investitionen und damit viele Arbeitsplätze entstehen. Der Rückstand in diesem Industriezweig zu Indien oder den USA soll aufgeholt werden. "Hier haben wir gegenüber den USA und Indien großen Nachholbedarf. Software hilft allen Branchen, wettbewerbsfähiger zu werden, und ist in der Zukunft ein noch wichtigerer Standortfaktor", sagte SAP-Chef Leo Apotheker.
