Besonderer Fund in Naturhistorischer Saammlung im Müritzeum
Naturfreunde können den seltenen Fund im Foyer des MÜRITZEUMS nun besichtigen.
Lebensweise
Die Streuselschnecke (Limax cruemeli) steht dem Bierschnegel (Limax flavus) verwandtschaftlich sehr nahe. Beiden ist gemeinsam, dass sie anthropogen beeinflusste Habitate bewohnen. Während es seit langem bekannt war, dass der Bierschnegel vor allem feuchte Keller, Lagerräume und Brunnenschächte bevorzugt, gab es über die Präferenzhabitate der Streuselschnecken bisher kaum Hinweise. Ihr Vorkommen im Bereich menschlicher Wohnungen, vorzugsweise in Küchen und Vorratskammern, wurde lange Zeit von den Malakologen geheim gehalten, um den Fortbestand dieser zunächst selten scheinenden Art nicht zu gefährden.
Nutzung
In einer Zeit größter Nahrungsmittelknappheit wurde die Streuselschnecke als willkommene Bereicherung des Speisezettels entdeckt. Nach einem patentierten Verfahren von Dr. Ottcker bereitete man zunächst die Schnecke vor. Man verwendete nur den Körperanhang, den man ca. 30 min bei Mittelhitze im Ofen backen ließ. Danach wurde, regional unterschiedlich, die Streuselschnecke mit einem Zuckerguss versehen oder mit Puderzucker bestreut.
Es setzte bald eine rege Nachfrage ein, so dass die Verarbeitung der Schnecken kommerzialisiert wurde. Seither kümmert sich das Bäcker¬handwerk um die Nachzucht und Verarbeitung sowie den Verkauf von Streuselschnecken.
Im Gegensatz zum selten gewordenen Bierschnegel (Limax flavus) ist die Streuselschnecke (Limax cruemeli) heute eine häufige und weit verbreitete Art.
Literatur:
Ottcker, G. (1947): „Wenn der Magen knurrt" - Neue Rezepte für die Hausfrau. - Kochlöffel -Verlag Sorgenlos
Pril, A. (1869): Limax cruemeli – eine neue Art in Waren (Müritz) entdeckt.- Rostocker Anzeiger
Pril, A. (1870): Schnecken in Haus und Hof.- Ratgeber für den Gartenfreund, Heft 3
Das Müritzeum ist Welcome Center, Naturkunde-Museum und Süßwasseraquarium in einem. Es ist eines der größten touristischen Angebote in der Region Seenplatte. Die Natur- und Pflanzenwelt der Mecklenburger Seenplatte und des Müritz nationalparks werden in einer interaktiven Erlebnisausstellung vorgestellt.
Highlight ist Deutschlands größtes Süßwasseraquarium, das über zwei Etagen reicht. Zusammen mit dem Zoo Rostock, dem Nationalparkzentrum Königsstuhl und dem Ozeaneum in Stralsund bilden das Müritzeum unter dem Namen „Wie tickt Natur?“ die führenden Erlebniswelten im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern.
Thomas Kohler • Geschäftsführer • Müritzeum gGmbH
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