Nur selten lassen sich Würdenträger des Staates herab, den Vorhang fallen zu lassen und einen Blick hinter die Kulissen zuzulassen. Über den Hintergrund von Krieg und wirtschaftlichen Interessen
Rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler
Horst Köhler, Vorzeigepräsident der Bundesrepublik Deutschland, gibt seinen Rücktritt bekannt, mit "sofortiger Wirkung", und quittiert damit auf eine unnachahmlich beleidigte Art und Weise den Undank und die Würdelosigkeit seiner Kritiker. Doch wer nur konnte sich anmassen, unseren Volksvertreter par excellence zu kritisieren und warum nur?
Der wahre Grund für den Afghanistan-Krieg
Auf den Krieg in Afghanistan mit deutscher Beteiligung gefragt, gibt Horst Köhler eine erfrischend ehrliche Antwort über die Motive. Im O-Ton "hört" sich das folgendermassen an:
"Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg."
Ganz vergessen, die guten christlich-friedlichen Absichten von Friedenschaffen und Friedenerhalten. "Plötzlich" geht es nicht darum, kleine afghanische Mädchen von Joch des Kopftuchs zu befreien und das A-B-C zu lehren. Nein, es geht um wirtschaftliche Interessen einer Super-Wirtschaftsmacht Deutschland, die sich ihrer gestiegenen "Verantwortung auf der GANZEN Welt" bewusst ist und als "Exportweltmeister" Handelswege notfalls militärisch sichern muss. Denn nur so können sich Unternehmer wie Malocher ihres "Wohlstandes" sicher sein.
Die Opposition: Dumm oder einfach nur naiv?
Wie verhält es sich denn nun? Ist eine ausgesprochene Wahrheit über den Krieg, nur weil sie von der Opposition kritisiert wird, plötzlich nit mehr wahr? Tatsächlich kann nicht davon ausgegangen werden, die Opposition ginge von rein hehren Zielen des Afghanistan-Einsatzes aus. Als störend wird lediglich die "Wortwahl" empfunden, die den mündigen Bürger und das Wahlvolk aller Illusionen beraubt. Mit dem Gedanken, Krieg gegen Terror und im Interesse der afganischen Bevölkerung zu führen, lebt es sich als moralischer und gewissensgeplagter Christenmensch besser.
