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Nordkorea droht Südkorea mit Krieg: Neue Spannung nach Torpedo-Angriff

20.05.2010 11:07 | Politik + Gesellschaft

Südkorea bezichtigt Nordkorea des Torpedo-Angriffs. Im Gegenzug droht Nordkorea mit "totalem Krieg". Nach dem Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff droht die Lage zu eskalieren

Südkorea wirft seinem verfeindeten Nachbarland vor, ein Kriegsschiff mit einem Torpedo angegriffen und versenkt zu haben. Nordkoerea fühlt sich zu Unrecht angegriffen und droht für den Fall von Sanktionen mit einem militärischen Schlag und dem "totalen Krieg".

Vor acht Wochen ist nach einem Torpedo-Angriff das südkoreanische Kriegsschiff „Cheonan" gesunken. Bei dem Angriff kamen 46 Soldaten ums Leben. Bis heute wurden Nachforschungen am gesunkenen Wrack vorgenommen. Nun kommen die Gutachter zu dem Schluss, es müsse ein nordkoreanischer Angriff mit einem Torpedo-Beschuss sein.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak macht das kommunistische Nachbarland für die Attacke verantwortlich und droht mit "harten Massnahmen". Die Gegendrohung Nordkoreas liess nicht lange auf sich warten. Für den Fall von weiteren Sanktionen gebe es den "totalen Krieg". Auch US-Präsident Barack Obama macht Nordkorea für den Untergang des Kriegsschiffs verantwortlich. Die USA betreiben Militärbasen in Südkorea und sind härtester Gegener Nordkoreas.

Für eine Verurteilung vor dem UN-Weltsicherheitsrat muss Südkorea erst China von der Schuld Nordkoreas überzeugen. Für weitere internationale Sanktionen ist die Zustimmung Chinas mit ihrem Veto-Recht massgeblich.

Unterdessen muss an der Unabhängigkeit der Untersuchungskommission gezweifelt werden. Denn die Techniker stammen ausnahmslos aus mit Nordkorea verfeindeten Staaten wie den USA, Südkorea und Australien. Zudem beruht die Mutmassung auf Indizien. So glauben südkoreanische Ermittler, dass sich zum Zeitpunkt des Anschlags nordkoreanische U-Boote in der Gegend der Unglücksstelle befunden hätten. Zudem seien Bruchteile am Schiff entdeckt wurden, die Ähnlichkeiten zu einem Blindgänger-Torpedo vor einigen Jahren aufweisen.

Nordkorea bestreitet die Vorwürfe nach wie vor wehement und beteuert, nichts mit dem Unglück zu tun zu haben. Weiterhin wirft Nordkorea Südkorea vor, die Untersuchungen fingiert zu haben. Experten aus Nordkorea wurden bei den Untersuchungen ausgeschlossen.

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